Landesverband der Kaninchenzüchter Sachsen-Anhalt e.V.
Landesverband der Kaninchenzüchter Sachsen-Anhalt e.V.

Fragen an den LV-Vorsitzenden

Seit Ende März 2020 steht das züchterische Leben in den Vereinen, Kreisverbänden und somit auch im Landesverband der Kaninchenzüchter Sachsen-Anhalt still. Abgesagte Jahreshauptversammlungen, Probleme bei der Kennzeichnung der Jungtiere, kaum bis gar keine Vereinsversammlungen, die Unsicherheit ob Ausstellungen überhaupt stattfinden können und die Frage, wie lange diese Unsicherheiten noch für die Züchterinnen und Züchter andauern, beschäftigen den Landesvorstand und die Kreisverbandsvorsitzenden in unserem Landesverband. Nach dem die ZDRK-Bundestagung in Speyer ausgefallen ist und in Form eine Telefonkonferenz stattgefunden hat, wurde am 19. Juni 2020 mit dem Landesvorstand und den Kreisverbandsvorsitzenden - ebenfalls in einer Telefonkonferenz - beraten, wie es weitergehen kann, welche Möglichkeiten es gibt, dass züchterische Leben wieder anzufahren und wie es mit den Ausstellungen weitergeht. Das Öffentlichkeitsarbeitsteam hat daher Mike Hennings, Vorsitzenden des Landesverbandes Sachsen-Anhalt interviewt, um auf die drängendsten Fragen, Antwort zu erhalten: 

Welche Problemstellungen bestehen aktuell für Züchterinnen und Züchter in unserem Landesverband?

 

Für die reine züchterische Arbeit in den heimischen Kaninchenställen bestehen coronabedingt derzeit keine Einschränkungen. Keine Züchterin/kein Züchter muss sich zu Hause einschränken und kann Verpaarungen ansetzen und der Zuchtarbeit nachgehen. Das ist der Vorteil unserer Zuchtarbeit, dass wir dafür keine Öffentlichkeit benötigen. Die Gefahren durch die RHD und Myxomatose sind für unsere Kaninchen, wie in den vergangenen Jahren auch, jedoch keinesfalls verschwunden. Nach dem derzeitigen Erkenntnissen ist eine Übertragung vom Menschen auf das Kaninchen nicht bekannt. 

 

Aber das Problem der Kennzeichnung der Jungtiere wegen der Kontaktbeschränkungen war doch vorhanden. Warum ist das Problem denn jetzt gelöst?

 

Das Land Sachsen-Anhalt hatte zu Beginn der Pandemie festgelegt, dass sich maximal zwei Personen, die in einem Haushalt zusammenleben in die Öffentlichkeit dürfen, hier gab es natürlich Problemstellungen, dass eine Kennzeichnung der Jungtiere faktisch nicht möglich war. Gleichwohl war eine Kennzeichnung möglich, wenn beispielsweise das Tätowierbesteck im Verein weiter gegeben wurde und jede Züchterin/jeder Züchter seine Tiere selbst gekennzeichnet hat bzw. die zu kennzeichnenden Tiere kurzerhand in einer Transportbox eingepackt, zum Tätowiermeister gefahren, dort gekennzeichnet und später wieder abgeholt wurden. Das ging ohne persönlichen Kontakt. Zum Glück sind diese Kontaktbeschränkungen aufgehoben und das Kennzeichnen der Jungtiere kann nun wieder, wie gewohnt erfolgen. Ein bisschen Kreativität war gefordert und viele Vereine haben das hervorragend gemeistert. 

 

Stichwort Vereinsversammlungen, können diese nun wieder stattfinden?

 

Wenn die Rahmenbedingungen der 6. Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt eingehalten werden, dann sind Vereinsversammlungen wieder möglich. Es ist ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten, ggf. ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und die Teilnehmer sind zu dokumentieren. 

 

Wie geht es mit den Ausstellungen im Landesverband vor dem Hintergrund der aktuellen Beschränkungen weiter?

 

Bis zum 31. August 2020 sind alle großen Veranstaltungen untersagt. Nach der 6. Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt sind das Veranstaltungen mit 250 Besuchern und mehr. Am 17. Juni 2020 haben die Ministerpräsidenten der Länder gemeinsam mit der Bundeskanzlerin beschlossen, dass dieses Verbot von Großveranstaltungen zunächst bis zum 31. Oktober 2020 fortgeführt werden soll. Ob und welche Beschränkungen es danach geben wird, hängt - so meine Einschätzung - sehr stark von der Anzahl der an Corona erkrankten Menschen regional ab. Klar ist aber auch, dass Kaninchenausstellungen aktuell nicht nur beim Veterinäramt, sondern auch beim Gesundheits- und Ordnungsamt angezeigt werden müssen. In diesem Zusammenhang sind Hygienekonzepte zu erstellen, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz wird erforderlich sein und möglicherweise wird es Einschränkungen hinsichtlich der Besucherzahlen geben. Eine Versorgung, Tombola, einen Tierverkaufsstand und eine gemeinsame Pokalübergabe wird es sehr wahrscheinlich nicht geben. Das Ausfüllen von Anwesenheitslisten zur Nachverfolgung für die Gesundheitsämter, wie wir es auch von Restaurantbesuchen kennen, wird mit großer Wahrscheinlichkeit erforderlich sein. 

 

Was bedeutet das für Vereins- und Kreisschauen konkret? Können diese denn überhaupt stattfinden?

 

Grundsätzlich können diese stattfinden, wenn sie durch das zuständige Veterinär-, Gesundheits- und Ordnungsamt genehmigt wurden. Da erfahrungsgemäß die Besucherzahlen nicht über 250 Besucher steigen, obwohl das für uns natürlich wünschenswert wäre, sind Vereins- und Kreisschauen nicht grundsätzlich verboten. Es ist wichtig, sich mit den Ämtern in Verbindung zu setzen, darzustellen wie eine Kaninchenausstellung abläuft und im engen Austausch mit den Behörden zu bleiben. Natürlich kann - und aller Voraussicht - wird es auch Auflagen geben, an die sich der ausrichtende Verein bzw. Kreisverband halten muss. Schauen, wie wir sie bislang kannten, wird es in diesem Jahr aber voraussichtlich nicht geben können. Aber nochmal, mit Einschränkungen wird eine Kreisschauen, nach meiner Einschätzung, sicher möglich sein. Man könnte die Schauen aber auch modifizieren, um den Behörden die Entscheidung einer Genehmigung zu erleichtern. 

 

Modifizierungen, welche könnten das sein?

 

Christian Blappert und ich haben uns darüber Gedanken gemacht und haben den Kreisverbandsvorsitzenden vorgeschlagen eine „Ausstellung light“ durchzuführen. Die Züchter melden ihre Tiere in gewohnter Weise beim ausrichtenden Verein oder Kreisverband an, damit der Preisrichtereinsatz und die Ehrenpreise geplant werden können. Die Bewertung findet dann nicht wie gewohnt am Donnerstag bzw. Freitags nichtöffentlich statt, sondern es wird den Ausstellerinnen und Aussteller ein Zeitfenster am Samstagvormittag benannt, an dem die Preisrichter die Tiere im Beisein der Ausstellerin/Ausstellers - ähnlich wie bei einer Tischbewertung - bewerten. Das Zeitfenster ist natürlich optional und kann je nach Tierzahl oder räumliche Möglichkeiten angepasst oder gestrichen werden. Im Anschluss findet eine Preisverteilung statt und die Vereins-, Rasse- oder Kreismeister werden öffentlich bekannt gegeben. Die Örtlichkeit kann ein Vereinsheim, die Sporthalle, ein größerer Saal oder eine Scheune sein. Wichtig ist nur, dass die Abstände von 1,50 bis 2,00 Metern eingehalten werden und der Preisrichter und die Ausstellerin/der Aussteller einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

 

Können dann nicht gleich Tischbewertungen verstärkt genutzt werden, damit die Züchterinnen und Züchter ihre Jungtiere bewerten lassen können?

 

Natürlich können die Bewertungen in Form einer Tischbewertung an einem zentralen Ort oder bei den Züchterinnen und Züchter im heimischen Kaninchenstall durchgeführt werden. Wir haben ja nur nach einer Möglichkeit gesucht, wie Bewertungen und der fachlicher Austausch sichergestellt werden kann. Denn die Jungtiere aus diesem Jahr bilden ja die Grundlage für die Zuchtarbeit 2021. 

 

Okay, für die Ausrichtungen der Kreis- und Vereinsschauen gibt es also Ideen. Wie sieht es mit den Schauen auf Landesebene aus?

 

Die Landesjungtierschau in Hohenmölsen am 12. September 2020 wird von Bernd Henseleit und seinem Team mit Hochdruck vorbereitet. Mit den Behörden ist man in guten Abstimmungen und der Wille die Schauen, auch mit Auflagen durchzuführen, besteht weiterhin. Der Landesvorstand wird hier intensiv unterstützen. Die Landes-Jugend-Jungtierschau in Elbingerode (Oberharz) wird ebenfalls weiter vorbereitet und soll - wie geplant - stattfinden.

 

Und die 31. Landesverbandsschau?

 

Hier wird es schon ein wenig schwieriger! Magdeburg erlebt aktuell ein großen Anstieg von Coronainvizierten, obwohl die Landeshauptstadt von Anfang Mai bis Ende Juni als coronafrei galt. Hinzu kommt, dass wir mit geschätzten 1.000 bis 1.500 Besuchern genau in die Regelungen der Landesregierung zu Großveranstaltungen fallen. Folglich wäre ein Hygienekonzepte zu erstellen, dass Beschränkungen der Besucherzahlen vorsehen müsste. Bei 3.000 qm Ausstellungsfläche dürften wir nur 300 Personen zeitgleich in die Messehalle einlassen. EinTierverkauf könnte nicht stattfinden, jeder Besucher müsste seine Erreichbarkeiten bekanntgeben, eine Versorgung könnte nicht stattfinden. Hinzukommt, dass wir Regelungen für die Ein- und Auslieferung der Ausstellungstiere treffen und die Bewertung müsste unter Wahrung des Abstandsgebotes stattfinden. Wie soll der Auf- und Abbau realisiert werden und bekommen wir überhaupt genügen Helfer zusammen? Nicht zu vergessen, unsere Mitglieder fallen zum größten Teil unter die Risikogruppe des Robert-Koch-Insitut. Und dann sind da noch die Kosten, die auch bei coronabedingten Auflagen bezahlt werden müssten. Wenn wir nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern in die Halle lassen dürfen, dann bricht unsere Kalkulation bezüglich der Einnahmen zusammen. Kurzum, die 31. Landesverbandsschau ist in diesem Jahr aus Sicht des Landesvorstandes nicht realisierbar und deshalb hat der Landesvorstand den Kreisverbandsvorsitzenden vorgeschlagen, in diesem Jahr auf die Ausrichtung zu verzichten. 

 

Wenn die 31. Landesverbandsschau in Magdeburg nicht stattfinden kann, wie sieht es mit den Landesverbandsschauen der anderen Landesverbände aus?

 

Ich kann nur für unseren Landesverband sprechen. Da jedes Bundesland für sich eigene Regelungen treffen kann, kann es in anderen Landesverbänden andere Regelungen geben.

 

Und wie sieht es mit der 28. Bundesrammlerschau in Ulm aus?

 

Sie wird weiter sehr intensiv vorbereitet und wer Ulrich Hartmann kennt weiß, dass er sehr umsichtig und vorausschauend, aber zielstrebig an der Vorbereitung und Umsetzung der 28. Bundesrammlerschau in Ulm arbeitet.

 

Da die Jahreshauptversammlung des Landesverbandes am 18. April 2020 ausgefallen ist und somit die Ehrungen auch nicht vorgenommen werden konnten, würde uns interessieren, wie geht es mit den Ehrungen verdienter Zuchtfreundinnen und Zuchtfreunde weiter?

 

Die Urkunden werden den Kreisverbandsvorsitzenden zugeschickt, so dass diese die Urkunden jeweils im würdigen Rahmen übergeben können. Gleiches gilt für Ehrengaben zu den Vereinsjubiläen, die vom ZDRK und dem Landesverband bereitgestellt werden. 

 

Wie erfolgt in diesem Jahr der Versand der Informationsschriften mit Ausstellungskalender?

 

Wir haben innerhalb des Landesvorstandes beschlossen, dass wir aufgrund der unklaren Lage in diesem Jahr keine Informationsschriften drucken lassen. Stattdessen veröffentlichen wir den Ausstellungskalender auf der Internetseite des Landesverbandes mit dem Hinweis, dass bei den jeweiligen Vereinen und Kreisverbänden nachgefragt werden soll, ob die Veranstaltung überhaupt stattfindet. Die Beiträge der Kreisverbände werden selbstverständlich rückerstattet oder mit den Bestellungen im nächsten Jahr verrechnet. Gleiches gilt für die Ausstellungsgebühren, sollten Schauen beispielsweise wegen zu hoher Auflagen nicht durchgeführt werden.

 

Letzte Frage, es hat sich herumgesprochen, dass Du im nächsten Jahr nicht mehr zur Wiederwahl als LV-Vorsitzender zur Verfügung stehst. Magst Du etwas dazu sagen?

 

Sehr gerne. Aufgrund beruflicher Veränderungen kann ich mein Amt nur noch zeitlich sehr begrenzt ausführen. Irgendwann musste ich eine Entscheidung treffen, ob meine berufliche Karriere oder das Ehrenamt wichtiger ist, und diese Entscheidung habe ich getroffen. Mir ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen, weil ich viele gute Freunde, viele aufgeschlossene Menschen kennenlernen durfte. Auch auf ZDRK-Ebene habe ich Aufgaben zurückgegeben und werde in der Standardfachkommission noch bis zum Ende der Wahlperiode im Hintergrund mitarbeiten. Außerdem ist es nach 8 Jahren an der Spitze des Landesverbandes mit viele Höhen und Tiefen gut, den Staffelstab weiterzugeben und Platz für andere, für neue Ideen zu schaffen. Gern würde ich, sofern das innerhalb des LV-Vorstandes so mitgetragen wird, in der zweiten oder dritten Reihe im Landesvorstand mitarbeiten und meine Nachfolgerin/meinen Nachfolger bei der Einarbeitung unterstützen.

Noch weitere Fragen? Nicht alle Punkte genau geklärt oder verstanden?

 

Solltet Ihr noch weitere Fragen an unseren Landesvorsitzenden haben, dann könnt Ihr diese gerne per E-Mail an uns senden. Wir würden diese mit ihm erörtern und dann an dieser Stelle gerne ergänzend hinzufügen. 

Immer auf aktuellem Stand:

Anzeige:

Finanzverwaltung des Vereins

Das Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt hat einen Ratgeber mit Steuertipps für Vereine heraus gegeben. Mit dieser Broschüre sollen die vielen ehrenamtlichen Vorstände und Mitglieder der Vereine bei iherer Arbeit unterstützt werden. mehr ...

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© LV Rassekaninchen Sachsen-Anhalt


E-Mail